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Preetzer Siedungsgeschichte Urnenweg / Holstenweg

In den Jahren 1950 bis ca. 1952 entstand die Nebenerwerbssiedlung am nördlichem Rand von Preetz.

Die zu bebauende Koppel gehörte damals den Wakendorfer Bauern. Auf unserem Grundstück  wurde damals das Travohaus mit großen 360 Volt Oberleitungen nach Wakendorf , Rethwisch usw. gebaut. Über das heutige Grundstück führte damals noch der Fußweg nach Wakendorf. Jahre später, als das Grundstück längst als Garten genutzt wurde versuchten immer noch Bewohner von Wakendorf diesen Weg zu benutzen. Erst mit zunehmender Motorisierung der Bevölkerung wurde dieser Weg erst weniger dann gar nicht mehr benutzt

Aber zurück zur Siedlungsgeschichte. Für die Bebauung konnten sich ab 1950 zukünftige Bewohner bewerben, die im Umfeld der Landwirtschaft ihre Vergangenheit hatten, denn die entstehende Siedlung sollte als Nebenerwerbssiedung gebaut werden. Jedes Grundstück bestand aus 2 oder mehr Flurstücken und muste eine bewirtschaftbare Größe haben. Grundstücke, die wegen der Straßenführung diese Mindestgröße nicht erreichten bekamen am heutige Moorweg ein Grundstücksteil dazu.Die Häuser wurden aus „Hardersteinen“ gebaut. Nach heutigen Gesichtspunkten sehr fortschrittliches Baumaterial in ähnlicher Größe wie die heutigen Poroton oder Yton-Steine. Die Steine wurden damals u.A. bei der Firma „Harder und Übel“ aus Bruchsteinen gefertigt. Die Zwischendecken wurden aus „Harderplatten“ erstellt, das waren Platten aus Zement und Stroh (sehr haltbar mit guter Wärme und Schallisolierung).
Die Gebäude wurden als Doppelhäuser erstellt, zum Garten waren Stall, Toilette (Plumpskloo) und Waschküche mit einer überdachten Verbindung erstellt. Zusätzlich gab es einen Teilkeller (für die Einlagerung von Kartoffeln). Die Häuser wurden mit Haushaltsgas und einer 10 Ah Stromversorgung ausgestattet. Die Stromversorgung wurde über Oberleitung an die Häuser gebracht. Die Straße war anfangs nicht befestigt also ohne Straßenbelag, erst ca. 20 Jahre später wurde die Stromversorgung der modernen Zeit mit erhöhter Amperezahl angepaßt. Energieversorgung und Abwasser (mit WC-Anschluß) wurden mit neuem Straßenbelag zu lasten der Anwohner erstellt.
Geschichtliches: Poretz am heiligen Fluss „Swentana“
Die germanische Fischersiedlung Poretz lag in der Nahe des heutigen Urnenweges bzw. Holstenweges.
Hier wurden um 1950 umfangreiche Urnenfriedhöfe gefunden, angeblich waren hier nur Frauen beigesetzt worden. Die Grabstätten der Männer blieben bis heute unbekannt. Beim Bau der neuen Siedlung am Rethwischer Weg wurden um 2012 alte Siedlungshinweise gefunden.
Die Schwentine bildete die Grenze zweischen der slavischen Besiedlung und den Sachsen. Durch eine verkehrsgünstig gelegene Furt konnte sich Poretz als Dorf weiterentwickeln
Als die Siedlung „Schwentinehöhe“ gebaut wurde also um 1950 war ich mal gerade 8 Jahre alt. Wir wohnten damal in der Nähe des Bauvorhabens, so dass ich mich im Baustellenbereich herumtreiben konnte. Im Bereich des heutigen Urnenweges und Holstenweges fanden die Bauarbeiter dann Urnen. Archäologen legten die Fundstätten frei. Wir als Jungen bekamen für jede (zufällig) gefundene Urne 10 Pfennige. Das wurde für mich und meinen Spielkameraden ein Eldorado. Was die Archäologen tagsüber nicht wegbrachten fanden wir nachts und machten morgens Taschengeld daraus.
An einigen Stellen des Urnenweges und des Holstenweges wurden Brandstellen (Krematorien) gefunden. Auf meinem derzeitigen Grundstück befand sich so eine Brandstelle. Ein Steinkreis von ca. 5m Durchmesser war die Basis. Ich habe später an dieser Stelle unser Gartenhaus mit Sauna gebaut. In der Vorgeschichte des Urnenweges wurde hier also die Germaninnen verbrannt, heute schwitze ich an dieser Stelle, aber nicht aus Angst vor der Vergangenheit
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